Reden kürzen, ohne sie zu kastrieren

Liz. Schreibberaterin, Autorin, Rhetoriktrainerin

„Ähm, ich will Euch nicht mit einer Rede langweilen … das Buffet ist eröffnet!“ Schade eigentlich. Obwohl Reden einen schlechten Ruf haben, für einige sogar als regelrechter Gähn-Garant gelten, bin ich ein großer Fan vom gesprochenen Wort. Ich liebe Geburtstagsreden, Jubiläums-Ansprachen, Trinksprüche und individuell formulierte Gratulationen. Warum? Meiner Meinung nach sind genau das die wenigen Momente des Innehaltens und des Wertschätzens, die im Alltag ansonsten viel zu kurz kommen! Doch viele haben Angst vor Wörtern als Geschenkidee. Sie befürchten, etwas falsch zu machen, meiden das öffentliche Exponiert-Sein, flüchten sich in Phrasen oder verstecken sich hinter Zitaten. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwierig, frische Worte zu finden.
Was soll ich bei meiner Geburtstagsrede denn nur sagen?
Als Kölner Schreibberaterin und Rhetoriktrainerin bekam ich letztens eine Schnupperstunden-Anfrage zu einer Geburtstagsrede. Im Rahmen meiner Ausbildung hatte ich in den vergangenen Wochen schon einige Stunden nach den Methoden der nichtdirektiven Beratung durchgeführt. Mit den Ratsuchenden hatte ich über die unterschiedlichsten Textsorten gesprochen: Ein Flyer war dabei, ein wissenschaftliches Exposé, Kurzgeschichten, die Landingpage einer Website und jetzt also eine Geburtstagsrede. Nice, dachte ich mir, Old School, das gefällt mir. Bereits „Wörter als Geschenk: Ein Hoch auf Geburtstagsreden!“ weiterlesen

Während ich mit der Bahn durch Köln ruckele, entdecke ich ein U-Bahn-Graffiti: „Kreativsein heißt, die Welt mit anderen Augen sehen.“ Hm, der Spruch gibt mir zu denken. Was ist Kreativität denn eigentlich, frage ich mich. Klar, Kreativsein hat mit Begabung zu tun, sie ist aber auch Handwerk. Laut Graffiti jedoch steckt noch eine Menge mehr dahinter. Und das stimmt. Es geht um etwas noch Grundsätzlicheres: Kreativität ist eine Einstellung, ein gewisser Lebensstil.
Die Zutaten eines kreativen Lebensstils
Ich fange an, ungeordnet Einfälle aufzuschreiben, mache eine Liste, welche Einstellungen und Haltungen zu einem kreativen Lebensstil gehören könnten.
Man nehme: „Kreativität als Lebensstil: Mindset und Zutaten“ weiterlesen

Tipp Dreizehn: Die 5 gerade sein lassen und sich vorher ordentlich was gönnen
Sie sind doch kein Langweiler, sondern stehen voll im Leben. Was also spricht dagegen, am Abend vor dem Präsentationstag mit den Kumpels um den Block zu ziehen, gut zu essen, herzhaft, fett, mit viel Knoblauch und danach den Magen mit ein paar Kurzen gut durchzuspülen? Rhetoriktraining und Co sind völlig überbewertet!
Tipp Zwölf: Erst Ausschlafen und dann Adrenalinschock
Vorbereitung ist etwas für Kontrollfreaks, Sie sind spontan und improvisieren. Erst einmal schauen, wann Ihr Körper nach Biorhythmus wach wird. Danach „Rhetoriktraining: 13 Tipps, die jede Präsentation ruinieren“ weiterlesen

Präsenz oder Nicht-Präsenz, das ist hier die Frage. Sie ahnen es schon: Diesmal geht es um die Welt des Theaters. Unterwegs in Sachen Rhetorik nahm ich im Herbst an einem Improtheater-Workshop teil. Was ich gelernt habe ist, dass Schlagfertigkeit trainieren viel mit der inneren Einstellung zu tun hat. Glücklich der Redner und die Rednerin, die offen für Neues sind, spielerisch annehmen, was kommt ohne dabei ihr eigenes „standing“ zu verlieren. Und wenn gar nichts mehr geht, dann hilft immer noch der Griff in die rhetorische Trickkiste…
Kaffeepause. Ich schaute auf die Uhr. In den letzten 90 Minuten war ich nicht eine Sekunde zum Nachdenken gekommen, dazu hatte mich das rasante Programm zu sehr auf Trab gehalten. Mein Eindruck: Improtheater macht riesig Spaß, ist aber zugleich deutlich anspruchsvoller als erwartet. Doch zurück zum Anfang: Der Workshop begann ganz entspannt. Nachdem allmählich die TeilnehmerInnen eingetrudelt waren, gab es zwei drei harmlose Warm-Up Übungen zum gegenseitigen Kennenlernen. Doch bereits eine gute halbe Stunde später ging es ans Eingemachte. Unsere Trainerin teilte die Gruppe in Zweierteams auf und bat uns, durch den Raum zu spazieren und dabei eine Geschichte zu erfinden. Kein Problem, dachte ich naiv, mit story-telling kenne ich mich aus.
Von wegen! Bei der Umsetzung der scheinbar leichten Übung kam ich erschreckend schnell ins Schwitzen. Der Haken an der Sache ist nämlich, dass „Schlagfertigkeit trainieren und Improtheater“ weiterlesen

Stelle dich doch bitte kurz vor.
Hi, mein Name ist Julia, ich bin neunzehn und habe ein Jahr in Südindien, in Tamil Nadu, gelebt und dort in verschiedenen sozialen Projekten gearbeitet.
Was waren das für Projekte?
In meinem ersten Projekt habe ich mit drei indischen Lehrerinnen zusammengewohnt und in einer Privatschule unterrichtet. Bei meinem zweiten Projekt habe ich in einem Selbstverpfleger-Dorf, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen zusammengelebt haben, mitgearbeitet. In „Freiwilliges Soziales Jahr: Verständigung in Indien“ weiterlesen

Es ist so weit: Am 21.6. hat mit der Sommersonnenwende die heiße Jahreszeit zumindest kalendarisch ganz offiziell begonnen. Zeit, um sich ein paar Gedanken über Flirt-Tipps und Gesprächsführung zu machen, denn auch wenn die Sonne gerade eine kleine Pause einlegt, sind ihre Verlockungen dennoch deutlich spürbar. Plötzlich wirkt das Leben leichter, die Natur schöner, alles scheint möglich. Ein kurzer Blick, ein freches Lächeln. Jetzt ist Action angesagt: Ran an den Mann, hin zu der Frau. Doch was sag ich bloß? Und hier kommen sie schon: die fünf besten kommunikativen Flirttipps.
Die erste Grundannahme des österreichisch-amerikanischen Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick lautet: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Anders gesagt: Wir alle drücken uns permanent durch unser Verhalten aus, selbst wenn wir schweigen. Schauen Sie genau hin: Ist die anvisierte Person allein oder in Gesellschaft? Wie ist die Körpersprache? Wünscht sie Kontakt oder steht sie mit verschränkten Armen am Tresen und wirft minütlich Blicke auf die Uhr? In diesem Fall kann vom „Zugriff“ noch an diesem Abend nur abgeraten werden. Sollte Ihr Gegenüber jedoch über einen etwas längeren Zeitraum hin nonverbal Interesse signalisieren, ist der passende Moment für den zweiten Schritt gekommen.
Keine Panik. Beim ersten Eindruck kommt es nicht darauf an, besonders witzig zu sein. Was Sie sagen, fällt kaum (7%) ins Gewicht. Viel entscheidender ist, „Die fünf besten Flirt-Tipps für Ihre Gesprächsführung“ weiterlesen