Sehr angesagt in Spanien: Re-Read-Buchläden

Auch Lesen kann nachhaltig sein

Haben Sie schon einmal den Begriff: „Re-Read“ gehört?

Vermutlich nicht, denn in Deutschland gibt es diese Art von Buchgeschäften meines Wissens bislang noch nicht. Hier in Spanien sind sie dagegen gerade sehr angesagt.

Re-Read-Buchhandlungen ähneln Second-Hand-Läden

… und Antiquariaten, haben aber eher die aufgeräumte Anmutung einer Bibliothek und wirken insofern ausgesprochen „clean.“ Die Idee besteht darin, durch den An- und Verkauf von Büchern das Konzept von nachhaltiger Kreislaufwirtschaft zu fördern.

Als VerkäuferIn erhält man 20 Cent für ein gut erhaltenes Buch. Als KäuferIn profitiert man von gestaffelten Preisen:

  • ein Buch: 3 Euro
  • zwei Bücher: 5 Euro
  • ab drei Büchern: jeder Titel à 2 Euro

Re-Read wurde 2013 in Barcelona ins Leben gerufen,

… funktioniert nach dem Franchising-Prinzip und breitet sich in Spanien erfolgreich aus. Kein Wunder, auch hier ist das Geld knapp und gerade zu Beginn des neuen Schuljahrs („vuelta al cole“) sind viele SpanierInnen froh, günstig an Bücher zu kommen.

Wie stehen Sie zu gebrauchten Büchern? Sind Sie ein Fan von Bücherschränken und Second-Hand-Läden oder ziehen Sie den Erwerb eines neuen Exemplars in der Buchhandlung vor?

Die Früchte des Schreibens

Sigrun Dahmer schreibt kreativ über ihr Sabbatical und die Rolle des Schreibens in Spanien, insbesondere bei Schreibwerkstätten
Ein Monat Schreiben: Die Rückschau

Schreibchallenge: Selbstversuch mit dosiertem Stress

Unter dem Hashtag „Schreiben im Juli 22“ hatte ich gleich zu Beginn meines Sabbaticals eine Schreibchallenge ausgerufen. Die Idee war:

  • Nicht so viel über das Schreiben nachzudenken, sondern einfach zu machen
  • Im Austausch mit anderen zu schreiben
  • Auszuprobieren, wie sehr die Schreibvorhaben meine Wahrnehmung prägen

Allerdings hatte ich gleich zwei Sicherheitsventile eingebaut: „Die Früchte des Schreibens“ weiterlesen

Tipp für AutorInnen (Ende der Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer schreibt einen Beitrag für die Schreibchallenge #schreibenimjuli22 über das kreative Schreiben, während sie
Schreiben erweitert die Wahrnehmung

Man soll ja immer aufhören,

… wenn es am schönsten ist 🙃. Und hier kommt er: Mein letzter Beitrag zur Schreibchallenge #schreibenimjuli22

Am Day 29 geht es darum, welchen Tipp ich anderen AutorInnen ✍️nach der Schreibchallenge geben würde.

Ich gehe mal davon aus, dass Sie, wenn Sie kreativ oder literarisch schreiben, auch schon Bekanntschaft mit dem „inneren Zensor“ gemacht haben. Ich glaube, wir sind alle ganz schön gut darin, uns selbst Druck zu machen. Das kann dann so weit gehen, dass wir uns selbst sabotieren, indem wir versuchen, unfehlbare, perfekte Texte (als ob es das gäbe und als ob irgend jemand das würde lesen wollen) zu produzieren.

Und genau hier

… habe ich die Teilnahme an der Schreibchallenge als sehr befreiend empfunden. Das viele Schreiben hat mir nicht nur einen großen Brocken von diesem Perfektionismus-Wahn genommen, sondern hat mich auch motiviert, spielerischer an das Schreiben heranzugehen, neue Techniken & Themen auszuprobieren.

Mein Tipp: Das kreative Schreiben bereitet Freude: einfach machen!

Oder wie Frank‘n‘furter sagen würde: Don‘t dream it, be it!

Song des Tages (Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer schreibt kreativ über den Song des Tages für die Schreibchallenge #schreibenimjuli22 in Spanien
Secret Garden: einen Moment Ruhe finden

Die Hitze erschlägt mich.

Ihnen geht es sicherlich nicht anders. Aber sie hat auch etwas Gutes: Sie verlangsamt den Tagesablauf. Und das bringt mich zum Thema Day 27 der Schreibchallenge #schreibenimjuli22, den Song des Tages. Meiner ist:

Billy Joel‘s „Vienna waits for you.“🎶

Für mich ist der Song die Aufforderung, einen Gang herunterzuschalten. 

Dass ich dieses Lied

… ausgewählt habe, hängt u.a. damit zusammen, dass ich gerade ein spannendes Buch über Psychologie („Ser Feliz en Alaska“) lese. Der Autor Rafael Santandreu beschreibt darin u.a. eine Krankheit, die sich dadurch auszeichnet, dass man Ruhe, Pausen & unstrukturierte Zeit nicht ertragen kann.

Ich befürchte, dass wir in unserer Leistungsgesellschaft wohl alle ein wenig davon infiziert sind … 🤔

Billy Joel’s Song jedenfalls erinnert mich immer wieder daran, sich Zeit zu nehmen und den Moment zu genießen.

Erinnerung (Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer schreibt kreativ für die Schreibchallenge über Erinnerungen während ihrer Reise nach Spanien früher und heute.
Tropische Pracht am Burgberg in Málaga.

Vor 30 Jahren

… habe ich als Studentin ein Auslandssemester in Andalusien verbracht. Ich wohnte in Granada und habe von dort aus die Gegend erkundet. Dazu gehörte damals natürlich auch eine Fahrt nach Málaga, ans Meer.

Als ich ankam, lief ich die Strandpromenade entlang und hatte Heimweh. Nichts besser als das fröhliche, unbeschwerte Leben der anderen, um schlecht drauf zu kommen.

Ich beschloss also, schnell weiter Richtung Altstadt zu fliehen. Der Plan funktionierte. Als ich durch die lecker nach frittiertem Fisch riechenden Gassen bummelte, ging es mir schon besser. Also erweiterte ich mein Programm um einen weiteren Punkt und bestieg den Burgberg.

Und das war genau die richtige Entscheidung: Ich weiß noch genau, wie sehr mich der kunstvoll angelegte tropische Garten stante pede aus den letzten Resten meiner schlechten Stimmung herauskatapultierte. So sehr überwältigte mich die märchenhafte Welt der farbprächtigen, verlockend duftenden Pflanzen, dass ich sie zaghaft mit meiner „Pocket-Kamera“ aufnahm. Dieses Bild zierte anschließend noch viele Jahre lang die Küchenwand meiner Eltern.

Was soll ich sagen?

Mein Fenster hier

… geht direkt zu besagtem Burgberg hinaus. Ich finde die Garten-Anlage noch immer berauschend, aber noch faszinierender finde ich heute das Kiefernwäldchen, das sich hinter der Kirche versteckt. Dort zieht es mich abends oft hin. Dort angelangt suche ich mir ein schattiges Plätzchen, atme den harzigen Waldduft ein, höre den Zikaden über mir zu und bin sehr dankbar dafür, wieder hier sein zu dürfen.

Beitrag für die Schreibchallenge #schreibenimjuli22 Day 24 / Gibt es etwas in Ihrer Umgebung, das eine Erinnerung weckt?

Literarische Figur (Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer schreibt kreativ für die Schreibchallenge über literarische Figuren in Spanien
Auf diese beiden Herren haben Sie doch sicherlich schon gewartet …

Heutzutage würde der Don

… bestimmt keine Ritterromane mehr verschlingen und gegen Windmühlen kämpfen, sondern in der Welt der Social Media ertrinken und gegen Klimakrise, Ukrainekrieg und Corona in die Schlacht ziehen.

Die alte Frage jedoch:

… Was ist Wahn und was Wirklichkeit – wann ist man in der eigenen idealistischen Blase gefangen und wann darf man keine Kompromisse machen – ist sicherlich aktueller denn je.

Day 22 der Schreibchallenge #schreibenimjuli22 / “welcher literarische Charakter passt zu diesem Tag”

Der schönste Satz (Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer schreibt für die Schreibchallenge in Spanien kreativ über den schönsten Satz, den sie auf ihrer Reise gehört hat.
Love is in the air.

An der Supermarkt-Kasse in Málaga, Spanien.

Kassiererin: „Guten Morgen, du Hübsche. Geht es dir gut?“
Kundin: (in den 80ern, mit Rollator) „Alles gut. Und bei dir, meine Liebe?“

Beitrag für die Schreibchallenge #schreibenimjuli22 Day 19: der schönste Satz heute

Schlaf (Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer schreibt kreativ für die Schreibchallenge über Schlaf.
Schlaf ist etwas, das wir nicht erzwingen können

Die Nacht von Samstag auf Sonntag:

7 hupende Autos
3 Werbeblöcke aus der Wohnung von nebenan
3 Mücken
3 Gänge zum Kühlschrank (Wasser)
2 weitere Mücken
2 Gänge zum Klo
4 Unterhaltungen (von der Straße)
2 Lach-Geräusche (Kinder oder Möwen)
1 Kirchturmglocke

… und dann der Duft von Kaffee

Beitrag zur Schreibchallenge #schreibenimjuli22 / Day 17: Schreiben Sie darüber, wie Sie geschlafen haben

Mein Albtraum-Ort (Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer beschreibt einen lauten, dreckigen Albtraum-Ort während ihrer Reise in Spanien für die Schreibchallenge
One man‘s dream is another one‘s nightmare

Mein Albtraumort

Das Viertel, in dem ich wohne, ist ruhig und angenehm, das Viertel nebenan sehr lebendig. Besetzte Häuser, Graffitis, Subkultur. Der Ort, den ich nicht mag, befindet sich auf dem Weg von einem „Barrio“ zum anderen.

Um nach „Lagunillas“ zu kommen, muss ich eine Straße überqueren, die so groß ist, dass ich nicht in einem Anlauf durchkomme, sondern mich gezwungen sehe, auf der Verkehrsinsel zu warten… Ich hasse diesen Ort. 

Diese Insel ist meine ganz private Stierkampf-Hölle.

– Vor mir funkelndes Polizeiblaulicht und roter Doppeldeckerbus.

– Neben mir eine Leidensgenossin, die mir aufgrund der Platznot auf den Fuß tritt und mir ihren Einkaufsbeutel in die Kniekehle rammt.

– Hinter mir die Vibrationen eines schwerbeladenen LKWs und der fiepende Warnton der Müllabfuhr.

Als es endlich grün wird, ergreife ich die Flucht. Auf der anderen Straßenseite hole ich tief Luft und fingere ein weißes Tuch aus der Tasche, um mir die Stirn abzutupfen.

Day 10 Beitrag zur Schreib-Challenge #schreibenimjuli22 / Albtraum-Ort

 

36 Stunden im Fernreisebus

Nach langer Fahrt am Ziel angekommen.

Meine 5 Learnings nach 36 Stunden Fahrt im Fernreisebus:

  1. Die Zeit, die man überpünktlich am Treffpunkt erscheint, ist umgekehrt proportional zur benötigten Wartezeit, bis es tatsächlich losgeht.
  1. Trinken & Chemie-Klo oder Enthaltsamkeit & Vertrocknen – das klassische Reisedilemma.
  1. Kreativität während der Fahrt heißt: immer neue Sitzpositionen zu erfinden. (Bis es sowieso egal ist, da alle Knochen schmerzen … )
    Das saubere Einstellen von Radiosendern ist eine Kunst, die kaum beherrscht wird.
  2. Das saubere Einstellen von Radiosendern ist eine Kunst, die kaum beherrscht wird.
  3. Und dann beim Aussteigen der mediterrane harzige Duft von Kiefernwald, der alle Mühen wieder wett macht.

Beitrag zur Schreibchallenge #schreibenimjuli22 /Kombination der Aufgaben von Day 2 (wo befinden Sie sich) und Day 3 (Gerüche).