Schreib-Sabbatical: Zweiter Zwischenbericht

Zwischenbericht des Schreibens-Sabbatical
Que vadis?

Ein Jahr Zeit

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Jahr Zeit. Ein Sabbatical. Bezahlte Zeit. Sie müssten also nicht arbeiten. Was würden Sie machen?

Während Sie noch überlegen, nutze ich schon einmal die Zeit und erzähle Ihnen, wie ich mein Sabbatical verbringe.

Schreib-Sabbatical: Mein Blick zurück & nach vorn

Reisen.

Das stand ganz oben auf meiner Liste. Insofern habe ich die ersten drei Monate in Spanien, Marokko und Portugal verbracht. Dabei waren mir zwei Sachen wichtig. Zum einen hatte ich beschlossen, nicht mit dem Flugzeug zu reisen, zum anderen wollte ich während des Sabbaticals  kreativ schreiben. Insofern habe ich im Sommer an einer Schreib-Challenge teilgenommen, Workshops zum kreativen Schreiben in Málaga besucht und bin zu diversen Lesungen gegangen. (Mehr dazu im ersten Zwischenbericht: Die Früchte des Schreibens)

Und schon gegen Ende des ersten Quartals habe ich Pläne für die Zeit gemacht, wenn ich wieder zurück in Köln sein würde: Ich wollte eine neue Sprache lernen, dem Tanzen mehr Zeit widmen und mich für die Klimawende engagieren.

 

Liebe Mia Sevilla Urlaubsroman von Sigrun Dahmer
Ausflug nach Sevilla, dem Schauplatz einer meiner Romane

Wie geplant: neue Hobbys ausprobieren

Zurück in Köln habe ich tatsächlich viele Vorhaben, die ich mir während der Reise-Monate vorgenommen habe, umgesetzt.

Ich habe:

  • … einen Arabisch-Kurs belegt und einen ersten Einblick in den Aufbau der Sprache bekommen. Das war toll, denn in Marokko hat mich die arabische Sprache nachhaltig fasziniert. Insofern bin ich stolz, dass ich es geschafft habe, einige (wenn auch nur sehr basale 🤣) Redewendungen selbst zu sprechen und  zu verstehen. Darüber hinaus habe ich die arabischen Buchstaben lesen und schreiben gelernt (wobei ich in der Praxis  unfassbar langsam bin). Um noch weiter voranzukommen, müsste ich  jetzt sehr intensiv trainieren (am besten mit einem Tandempartner), doch dazu habe ich keine Lust. Insofern ist im Januar stattdessen der nächste Grundlagenkurs einer weiteren exotischen Sprache angedacht: Eine Einführung in das Chinesische. Auch hier habe ich nicht den Ehrgeiz, Mandarin gut sprechen zu können, sondern bin eher neugierig auf das Kennenlernen einer weiteren Sprache, deren Sprachsystem nicht indo-europäischen Ursprungs ist.
  • … tatsächlich einen Latin-Dance-Kurs absolviert. Das ist mir wiederum sehr leicht gefallen, weil ich in dem Bereich schon viel Erfahrung habe. Das Tanzen hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich 2023 damit weitermache. Ganz aktuell bin ich auf dem Bachata-Trip. (Pssst, Geheimtipp: Das ist ganz wunderbare zuckersüße Winter-Musik.)
  • … mich wie geplant einer Gruppe angeschlossen, die sich gegen die Klimakrise engagiert. Auch hier fühle ich mich wohl, da ich die richtigen Mitstreiter*innen gefunden habe. Daher werde ich im nächsten Jahr auch damit weitermachen.
Stop-Schild auf der Reise nach Marokko während des Schreib-Sabbaticals von Sigrun Dahmer
Faszinierendes Arabisch: Verkehrsschild in Marokko

Ungeplant: Vernetzung mit anderen AutorInnen

Alle die oben genannten Vorhaben hatte ich genauso wie einige neue Schreibprojekte (wie z.B. die wunderbaren Schnupperstunden in einer Kölner Buchhandlung) noch vom Ausland aus geplant. Lustigerweise hat sich aber ein anderes entscheidendes großes Thema im zweiten Quartal  eher heimlich in mein Leben geschlichen: Ich habe tolle Menschen kennengelernt, die meine Begeisterung für das Schreiben teilen.

Da meine langjährige heißgeliebte alte Schreibgruppe die Coronazeit leider nicht überlebt hat, habe ich mich sehr gefreut, neue Gleichgesinnte kennenzulernen. Und so hat es sich ergeben, dass ich mich anderen inspirierenden Autor*innen-Gruppen angeschlossen habe. Durch meine neuen Kontakte habe ich nicht nur beeindruckende Persönlichkeiten, sondern auch neue Schreib-Stile und -Themen kennengelernt, ganz zu schweigen von mir vorher unbekannten Auftritts- und Schreibformaten.

Ganz besonders beeindruckt hat mich diesbezüglich die großartige Autoren-Woche in der Flensburger Förde, in der ich eine Woche lang mit mehreren Autoren in einem Ferienhaus zusammengelebt und -geschrieben habe. (Mehr dazu hier: Learnings aus der Autoren-Woche (6)

Der lange Tisch der Autoren-Woche in der Flensburger Förde
Der Tatort der Autoren-Woche

Was passiert im nächsten Quartal?

Die Adventszeit wollte ich auf jeden Fall zu Hause im Kreise meiner Familie verbringen. Und dann kam es plötzlich zu einem unerwarteten Weihnachtsgeschenk: Es schellte und mit einmal: schwupp, lag ein Paket mit einem Belegexemplar meines Fachbuchs in meiner Hand. (Kurz gesagt handelt es davon, wie das Kreative Schreiben dazu genutzt werden kann, um Resilienz aufzubauen.) Eine Überraschung im Dezember …  und das, obwohl die Veröffentlichung eigentlich erst für Januar 2023 geplant war…

Nach ausgesprochen gemütlichen Feiertagen muss ich Ihnen aber jetzt gestehen, dass sich meine Reiselust bereits wieder deutlich zurückmeldet.

Nun, was soll man da tun?

Ihr nachgeben natürlich!

Und so plane ich, schon im Januar wieder unterwegs zu sein. Statt einer langen Reise stehen mehrere kurze Touren an. Beginnen werde ich damit, meine Kolleginnen aus der Schreibberaterin-Ausbildung in Süddeutschland zu besuchen. Der Vorteil an einem Kurz-Trip wie diesem besteht darin, dass er sich gut mit meinen neuen Schreibprojekten kombinieren lässt. Mehr verrate ich Ihnen aber erst, wenn sie in trockenen Tüchern sind.

Später im Frühling möchte ich (natürlich wieder ohne Flugzeug) meinen Reiseradius erweitern. Heiß gehandelt sind Polen, Schottland und Finnland. Warum gerade diese Länder auf meiner Liste stehen, erfahren Sie, wenn es soweit ist …

Nun sind wir schon am Ende des Blogposts angekommen. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit zum Lesen genommen haben. Eigentlich möchte ich diesen Beitrag gern mit derselben Frage beenden, mit der ich ihn begonnen habe: Was würden Sie machen, wenn Sie ein Sabbatical vor sich hätten? Finden Sie ähnliche Aktivitäten wie ich reizvoll, oder würde Sie die Zeit für etwas völlig anderes nutzen?

Ich bin neugierig auf Ihre Antwort. Benutzen Sie dafür gern die Kommentarfunktion.

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36 Stunden im Fernreisebus

Tipp für AutorInnen (Ende der Schreibchallenge)

2 Antworten auf „Schreib-Sabbatical: Zweiter Zwischenbericht“

  1. Jesses, was für ein Programm, dagegen war ich ja im letzten Jahr relativ faul und unbeweglich … also eher auf Urlaub verzichtet und war in der freien Zeit sehr oft im Theater … der Geist war auf Reisen:
    “…denn meine Gedanken
    zerreißen die Schranken
    und Mauern entzwei:
    die Gedanken sind frei.”
    😉
    Dann viel Spaß und Erfolg bei allen Unternehmungen und Reisen!!!

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