Modern Love Stories schreiben. Liebesgeschichten 2052.

Wie wird die Liebe im Jahr 2052 aussehen?

25 Jugendliche schreiben im Rahmen einer Projektwoche Modern Love Storys. Welche Ideen haben sie und wie bringen sie ihre Einfälle zu Papier bzw. auf das ipad?

 

Liebe im Jahr 2052. Wer liebt wen?

Am Montag geht es mit ersten kleinen Schreibspielen zum Kennenlernen los. Danach schwieren alle aus: recherchieren, fotografieren, zeichnen, sammeln Ideen und führen Umfragen durch:

  • Wird es im Jahr 2052 eine Liebesbeziehung zwischen KI und Mensch geben? (Ein Drittel der Befragten kann sich das vorstellen.)
  • Werden sich Menschen nur noch über Apps kennenlernen? (Das halten nur zehn Prozent für wahrscheinlich.)
  • Werden in der Zukunft noch Liebesbriefe geschrieben werden? (Erstaunliche Antwort: 50% sind davon überzeugt.)
  • Wird die Natur sich erholen?( Nur zehn Prozent glauben daran.)
  • Werden Menschen noch heiraten? (Und hier die größte Überraschung: 80% sind vom Bestand der Institution Ehe überzeugt.)

Wie schreibt man eine Liebesgeschichte?

In den nächsten Tagen bleibt kein Wort mehr neben dem anderen stehen. Ideen werden erst in Clustern organisiert, dann zu Einleitung, Hauptteil und Schluss weitergesponnen und schwupps … schon steht die Story im Heft bzw. auf dem Monitor.  Besonders das gemischte Doppel: feste, traditionelle Formen (wie zum Beispiel die klassische Liebeserklärung) werden mit unerwarteten poppigen, frischen Inhalten gefüllt. So entstehen teils ironische, teils ernst gemeinte und insgesamt äußerst faszinierende Texte.

Beispiel gefällig?

Die Natur hat uns Menschen einen Brief geschrieben. Und zwar einen Liebesbrief. Eine Liebeserklärung der Natur an die Menschheit. Warum? Weil wir es kurz vor knapp doch noch so gerade geschafft haben, die Klimakrise  abzuwenden!

Überhaupt experimentieren die Jugendlichen ausgiebig mit verschiedenen Perspektiven: Objekte werden personifiziert, Technik mit Leben und Gefühlen ausgestattet. Doch auch die Liebesbeziehungen “zwischen Menschen only” werden – LGBTQ-Bewegung sei dank – umfassend  und vielfältig beschrieben.

Liebesgeschichten per Kettenschreiben

Die am Donnerstag neu eingeführte Schreibtechnik kommt so gut an, dass sie  am Ende der Projektwoche sogar zur Lieblingsübung gekürt wird: Das Kettenschreiben! Die Regeln sind einfach: Nach strengen Zeitauflagen gilt es, erst einen vorgegebenen Anfangssatz zu einem Absatz fortzuschreiben und diesen dann an die Person neben sich weiterzureichen. Diese schreibt den zweiten Teil zu der gerade neu empfangenen Geschichte und gibt beide Teile einer dritten Person. Diese muss dann zu guter Letzt irgendwie einen stimmigen Schluss erfinden. Interessanterweise haben die Jugendlichen bei dieser Aufgabe gerade das enge Zeitkorsett als entlastend empfunden: “Ich hatte gar nicht die Zeit, lange zu überlegen, ob ich die Übung peinlich finden sollte, sondern habe einfach drauf losgeschrieben.”

Liebesgeschichen schreiben: Wild, bunt und irgendwie abgefahren

Am Ende der Projektwoche, am Freitag, lesen die Jugendlichen ihre Geschichten unter großem Applaus in der Aula vor. Nach der Präsentation vor Publikum kommen wir noch ein letztes Mal zum abschließenden Feedback zusammen. Und hier eine der Antworten auf die Frage, wie es war: “Wenn ich die Woche als Tier beschreiben würde, wäre sie ein Kakadu: Wild, bunt und irgendwie abgefahren.”

Und was glauben Sie: Wird die Liebe im Jahr 2052 vom Wesen her ganz anders sein als heutzutage?

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Die “Coronisierung” von Sprache & Kommunikation (www.pexels.com)

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stage-fright and stage-anxiety
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