
In den letzten Posts habe ich Ihnen schon angekündigt, dass „Gefährliches Málaga“ sich im Lektorat befindet. Mittlerweile habe ich die Anregungen zurückbekommen und arbeite sie ein. Das macht mir großen Spaß, denn ich merke, dass das Manuskript immer besser wird.
Bei meinen ersten Büchern war ich sehr verunsichert, was es mit einem Lektorat so auf sich hat. Ich hatte eine Art Zerrbild von meinen Lektor*innen im Kopf: Die Karikatur einer strengen, humorlosen Lehrkraft mit kleinen, zusammengekniffenen Augen und einem fetten Rotstift in der Hand, die danach gierte, meinen Text sadistisch zu sezieren.
Mittlerweile bin ich vom kompletten Gegenteil überzeugt. Ich sehe das Lektorat so, dass mich jemand dabei unterstützt, das Beste aus meinem Buch herauszuholen. Dazu muss noch gesagt werden, dass ich das Glück habe, seit Beginn meiner Andalusien-Krimireihe immer mit derselben Lektorin zusammenzuarbeiten. Sie kennt sich erstaunlich gut mit meiner Schreibe, meinen Figuren und sämtlichen Handlungsverläufen aus.

Was ist der Unterschied zwischen Korrektorat und Lektorat?
Kurze Antwort: Ein Lektorat ist die Luxusversion von einem Korrektorat.
Lange Antwort: Im Korrekorat wird ein Text lediglich auf formale Fehler (wie z.B. die korrekte Rechtschreibung) hin geprüft. Beim Lektorat geht es darüber hinaus auch um Logik, Stil und Struktur.
Was wird konkret im Lektorat gemacht?
Auch hier werden Sprachfehler behoben, aber eben nicht nur, sondern auch:
- Fakten gegengecheckt ( z.B. können sich Patzer bei Fachbegriffen, Jahreszahlen usw. eingeschlichen haben)
- Logikfehler aufgedeckt
- Stilprobleme angemerkt (z.B. wenn ein Absatz zu kompliziert und verwirrend geschrieben ist)
Einfache Schnitzer werden dabei oft sofort richtiggestellt, bei komplexeren Sachverhalten bekommt man einen Kommentar (dankenswerterweise oft schon mit Ideen zur Problemlösung) und arbeitet die betreffende Textstelle als Autor*in daraufhin um. Hier besteht die Herausforderung darin, das so unverkrampft zu bewerkstelligen, dass der natürliche Lesefluss nicht ins Stocken gerät.
Ich habe bislang durch die Bank weg nur positive Erfahrungen mit Lektor*innen gemacht. Wie sieht das bei Ihnen aus?
Vielleicht haben Sie sogar schon einmal selbst lektoriert und mögen die Arbeit aus Ihrer Sicht beschreiben? Ich weiß, dass viele Autor*innen zudem auch gern mit Testlesenden zusammenarbeiten. Haben Sie schon einmal diese Methode ausprobiert ?
Bin gespannt, was Sie zu dem Thema zu sagen haben.

Mein Name ist Sigrun Dahmer und ich bin lizenzierte Schreibberaterin, Autorin und Rhetoriktrainerin aus Köln. Hier, auf meinem Blog besser reden — besser schreiben, finden Sie viele aktuelle Tipps und Tricks aus der aktuellen Schreibberatung & Rhetorik, um in Beruf und Alltag erfolgreicher zu kommunizieren. Viel Spaß beim Stöbern! Wenn Sie eine Frage zum Thema haben, versuche ich gern, Ihnen weiter zu helfen. Melden Sie sich einfach per Kommentar, Kontaktformular oder über Social Media bei mir!
