Charakterisierung: 2 Tipps für Fortgeschrittene

Charakterisierung: Die Kunst, komplexe Figuren zu erschaffen.

Charakterisierung für Fortgeschrittene

✍️ Beim Schreiben von Kurzgeschichten, Romanen, Drehbüchern etc. kann einem Autoren und einer Autorin schnell die Puste ausgehen. Nach ein paar Seiten ist die Geschichte „auserzählt“ …
Ein komplexer Charakter, der sich weiterentwickelt, hilft, Spannung aufzubauen und verleiht der Handlung mehr Tiefe. Doch wie legt man so einen Charakter an?

➡️ Tipp #1
Mit need/want arbeiten
Unter „need“ versteht man eine tief verankerte Sehnsucht nach etwas, ein Schlüssel-Bedürfnis, das einen im Leben antreibt. Das kann zum Beispiel der Drang nach Gerechtigkeit sein (den verwende ich beispielsweise in meinen Krimis).
Unter „want“ versteht man dann den konkreten Handlungswunsch, der sich daraus ergibt. In meinem Beispiel ist es der Wunsch, den Täter bzw. die Täterin zu fangen.
Wenn Sie mit need/want arbeiten, setzen Sie Ihrem Prota nicht nur ein Ziel, sondern erklären auch das psychologische Warum. Sie machen sich Gedanken darüber, welches Bedürfnis dadurch erfüllt werden soll. Das führt dazu, dass Ihr Text deutlich kraftvoller wirkt und faszinierender zu lesen ist.
Eine überzeugende Backstory macht Charaktere lebendig.
➡️ Tipp #2
Mit wound/ghost arbeiten. Bei beiden Begriffen geht es darum, eine Figur mit einer überzeugenden Backstory zu versehen.
Unter „wound“ versteht man eine „Wunde“, also ein sehr schmerzhaftes Erlebnis in der Vergangenheit, welches die (ggf. „verkorkste“) Sicht auf das Leben Ihres Charakters erklärt.
Unter „ghost“ versteht man bestimmte Glaubenssätze, die Ihr Charakter verinnerlicht hat und durch die er oder sie so lange angetrieben wird, bis er oder sie diese verstörenden „Geister“ reflektiert. Im besten Fall gelingt es Ihrer Figur, sie positiv umzuschreiben.
Wenn Sie mit need/want (Tipp 1) und wound/ghost (Tipp 2) arbeiten,  werden Ihre Texte deutlich davon profitieren. Ihre Figuren sind interessanter, stimmiger und besitzen mehr Strahlkraft.

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