Der lange Tisch der Autoren-Woche (4)

Der lange Tisch der Autoren-Woche in der Flensburger Förde
Der Tatort der Autoren-Woche

Der Protagonist der Autoren-Woche spricht

“Mein Name ist Autoren-Schreibtisch. Ich bin das Zentrum des Schreibretreats. Meine Platte trägt geduldig Computer-Gedöns, Kaffeebecher und (Nerven-)Nahrung. Meine Ohren ertragen Flüche, Fach-Gequatsche und Jubel-Geschrei.”

Seine ehrliche Meinung über die Autoren-Woche

“Autoren sind launische Menschen. Mal kleben sie stundenlang an mir fest und tippen und klappern auf Teufel komm raus ihre Einfälle in ihre Maschinchen. Dann widerum wenden sie mir eiskalt den Rücken zu und betrügen mich mit der Sitzecke, in der sie spielen, lesen und relaxen.”

Sein final statement

“Und gleich verlassen mich einige sogar für mehrere Stunden, um Flensburg zu erkunden. Hallo? Wo bleibt da die Arbeitsmoral und Schreibtisch-Loyalität? Ich mein ja nur …”

Was ist eine living library?

Haben Sie schon einmal den Begriff: “Living Library” gehört? Mir ist er auch erst vor Kurzem über den Weg gelaufen.

 

Der Banner der living library in Köln

Was bedeutet living library?

Das Konzept der lebenden Bücherei kommt aus Dänemark. Statt Bücher “leiht” man sich Menschen “aus”, die einem in Bezug auf einen bestimmten Schwerpunkt über ihr Leben erzählen.

Konnte ich mir auch nicht so richtig vorstellen. Aber heute habe ich in der VHS Köln-Mühlheim selbst an einer living library teilgenommen und bin begeistert.

Living Library: So geht`s

An einer Theke liegen Buchkarten mit einem Covertext aus. So gab es z.B. “Bücher” zum Thema:

– Polyamor

– Gastarbeiterkind

– Ü40, Single und Kinderwunsch

Man entscheidet sich für ein Thema und wird von der “Bibliotheks-Person” zu einer Sitzecke gebracht. Dort nimmt man “seinem Buch” gegenüber Platz und lässt sich für 30 Minuten über das Thema informieren. Je nach Absprache darf man dabei oder danach Fragen stellen.

Meine Bücher waren:

– Urlaub vom System: die Stadtaktivistin

– Die 12 Schritte: Alkoholismus

-Tantra im Alltag

Während der Gespräche bemerkte ich, wie so einige Klischees in meinem Kopf aufgebrochen wurden. Aspekte, die ich völlig unter- oder überbewertet oder überhaupt nicht bedacht hatte, kamen plötzlich ans Licht. Eine echte Horizont-Erweiterung!

Und genau das ist die Idee hinter dem Konzept: Schubladen-Denken zu hinterfragen und stattdessen Toleranz für Vielfalt zu fördern.

Living Library lohnt sich

Mein Tipp: Wenn Sie die Möglichkeit haben, eine living library zu besuchen, dann machen Sie das! Es lohnt sich!

 

Sehr angesagt in Spanien: Re-Read-Buchläden

Auch Lesen kann nachhaltig sein

Haben Sie schon einmal den Begriff: „Re-Read“ gehört?

Vermutlich nicht, denn in Deutschland gibt es diese Art von Buchgeschäften meines Wissens bislang noch nicht. Hier in Spanien sind sie dagegen gerade sehr angesagt.

Re-Read-Buchhandlungen ähneln Second-Hand-Läden

… und Antiquariaten, haben aber eher die aufgeräumte Anmutung einer Bibliothek und wirken insofern ausgesprochen „clean.“ Die Idee besteht darin, durch den An- und Verkauf von Büchern das Konzept von nachhaltiger Kreislaufwirtschaft zu fördern. „Sehr angesagt in Spanien: Re-Read-Buchläden“ weiterlesen

Literarische Figur (Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer schreibt kreativ für die Schreibchallenge über literarische Figuren in Spanien
Auf diese beiden Herren haben Sie doch sicherlich schon gewartet …

Heutzutage würde der Don

… bestimmt keine Ritterromane mehr verschlingen und gegen Windmühlen kämpfen, sondern in der Welt der Social Media ertrinken und gegen Klimakrise, Ukrainekrieg und Corona in die Schlacht ziehen.

Die alte Frage jedoch:

… Was ist Wahn und was Wirklichkeit – wann ist man in der eigenen idealistischen Blase gefangen und wann darf man keine Kompromisse machen – ist sicherlich aktueller denn je.

Day 22 der Schreibchallenge #schreibenimjuli22 / “welcher literarische Charakter passt zu diesem Tag”

Lieblingsphase beim Schreiben (Schreibchallenge)

Sigrun Dahmer beschreibt ihre Lieblingsphase beim kreativen Schreiben für die Schreibchallenge
Lesen macht Spaß … Schreiben meist auch.

Heute geht’s ums

… Schreiben selbst: Darum, welche Schreib-Phase ich am liebsten mag. Das ist einfach.

Ich bin die Indiana Jones des Schreibens

JedeR schreibt anders. Der eine starrt in die Luft, sinniert lange und bringt dann – bam – den perfekt formulierten Satz zu Papier.

Diese Person bin ich nicht.

Ich bin die Indiana Jones des Schreibens,

Typ Jäger- & Sammlerin. Kein Tag, an dem ich nicht irgendwelche Notizen auf Bierdeckel, Einkaufsbons oder Zeitungsschnipsel kritzele. Zuhause übertrage ich diese Ideen anschließend in ein ausgedientes Schulheft meiner Kinder.

Nicht ganz ungefährlich,

… denn in der Menge der verschiedenen Einfälle verbirgt sich oft ein Begriff, der akut ansteckend ist. Er springt mich erst heimtückisch von hinten an, nistet sich kurz darauf in meinem Kopf ein und fängt dann an, sich genüsslich in meinen Gedanken auszubreiten. Auf diesen Stimulus reagiert mein Hirn automatisch damit, dass es anfängt, ein erstes Textgerüst mit Einleitung, Hauptteil und Schluss zu ersinnen.

Diese dreckige, fieberhafte Anfangsphase

des Schreibens, das Jagen nach Ideen und das Zusammenschustern der ersten wackligen Gliederung, genieße ich beim Schreiben am allermeisten. Den Pionierspirit, wenn das Schreiben noch nichts anderes als eine Abenteuerreise voller Überraschungen ist.
Beitrag für die Schreibchallenge #schreibenimjuli22 Day 14 / liebste Schreibphase