Bewerbungsschreiben für das Ausland: Schreibtipps und Infos

Schreibtipps für eine erfolgreiche Bewerbung ins Ausland
Auf und davon. Mit einer überzeugenden Auslandsbewerbung stehen Ihnen viele Wege offen (stockfoto.pexels.com)

Auf in die Welt! Am 14.1.2018 findet in Köln wieder die Messe für Auslandsaufenthalte und internationale Bildung im Historischen Rathaus statt. Hört sich alles spannend an … aber was, wenn es dann tatsächlich ernst wird? So ein Aufenthalt will gut vorbereitet sein. Was gilt es bei dem Bewerbungsschreiben für das Ausland, einem Schüleraustausch, einem Gap-Jahr, einem Freiwilligendienst oder einem Auslandssemester zu beachten? Hier finden Sie  Planungshilfen und Schreibtipps.

 

 Eine Zeit lang im Ausland leben, während der Schulzeit, nach dem Abi oder als Sprachsemester im Laufe des Studiums ist eine tolle Erfahrung. Es prägt die Persönlichkeit, eröffnet Karrierechancen und trainiert interkulturelle Kompetenzen. Doch wie ergattert man einen der begehrten Plätze in einem solcher Programme? Mit einer überzeugenden Bewerbung! Um die möglichst gut zu schreiben, bedarf es einer gründlichen Vorbereitung.

Rechtzeitig recherchieren

Viele scheitern bereits am falschen Timing. Als Faustregel gilt, dass man sich ein Jahr vor dem Aufenthalt mit dem Sammeln von Informationen beginnen sollte, da es für viele Projekte enge Fristen gibt. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, einen Platz in seinem Traumland zu bekommen umso höher, je früher man sich bewirbt. Je konkreter die Vorüberlegungen, desto leichter fällt Ihnen die Entscheidung für die passende Art von Auslandsaufenthalt. Zu den wichtigsten Fragen, die vorab zu klären sind, gehören zum Beispiel diese:

  • Wie viel Zeit möchte ich im Ausland verbringen?
  • Wohin soll es gehen? (Legen Sie sich noch nicht zu früh auf nur ein Land fest).
  • Wie viel Geld steht mir zur Verfügung? Gibt es Stipendien? Wären Förderkreise etwas für mich?
  • Was erwarte ich von dem Aufenthalt (Verbesserung von Sprachkenntnissen, das Erlernen einer neuen Sprache? Spaß? Möchte ich mich sozial engagieren?)
  • Habe ich private Kontakte, die ich nützen könnte oder möchte ich lieber mit einer Organisation fahren?

Die schriftliche Auslandsjahr-Bewerbung: Balanceakt zwischen konkret und vage

Die eigentliche Bewerbung besteht meist aus einem schriftlichen Teil, dem ein persönliches, mündliches Bewerbungsgespräch folgt. Die Schwierigkeit besteht darin, den richtigen Ton zu treffen. Zum einen sollte der Inhalt detailliert, anschaulich und persönlich formuliert werden, zum anderen erhöhen sich die Chancen, wenn auf die Auswahlkriterien der Organisation, für die Sie sich bewerben, Bezug genommen wird. Das Beste ist, wenn es Ihnen gelingt, eine ansprechende Balance zu finden. Sie sollten dabei also sowohl konkrete Erfahrungen nachweisen als gleichzeitig auch einem allgemeinen Wunsch-Profil (insbesondere beim FSJ oder einem Stipendium) entsprechen.

Was die Form der Bewerbung angeht, unterscheiden sich die Anforderungen der Organisationen. Einige wünschen eine Bewerbung mit Poststempel, andere leiten einen sofort zu einem Online-Portal weiter. Es ist üblich, dass die Bewerber gebeten werden, das Motivationsschreiben in der Landessprache oder der Verwaltungssprache Englisch abzufassen. Die erste Version muss jedoch noch nicht perfekt sein, denn oftmals wird einem nach erfolgreicher Bewerbung noch einmal die Möglichkeit gegeben, die „Letter of Motivation“ zu überarbeiten.

Manchmal reicht das Anschreiben zur ersten Kontaktaufnahme, manchmal werden die Bewerber sofort um ein aktuelles Foto oder um einen Lebenslauf gebeten. Dieser wird in der zurzeit üblichen tabellarischen Form verlangt, welche die neusten Abschlüsse zuerst auflistet.

Umfang und Aufbau des Motivationsschreibens

Doch unabhängig davon, ob es sich um eine Bewerbung im Netz oder per Snail-Mail handelt, gleichen sich bestimmte Regularien.

Die erwartete Länge des Anschreibens beträgt in beiden Fällen etwa eine Seite. Wenn der Text wesentlich umfangreicher ausfällt, kann das als ausschweifend empfunden werden. Umfasst das Anschreiben jedoch gerade einmal eine halbe Seite, sieht es schnell so aus, als hätte der Bewerber oder die Bewerberin  sich nicht genug Mühe gegeben.

  • Nennen Sie die Ansprechperson bei ihrem (richtiggeschriebenen) Namen, denn dadurch stellen Sie sofort eine persönliche Beziehung her.
  • Im ersten Teil des Schreibens stellen Sie sich vor.
  • Im zweiten Abschnitt könnten Sie auf die Angebote der Organisation eingehen.
  • Im dritten Teil wäre es geschickt aufzuzeigen, warum gerade Sie besonders gut in das gewünschte Wunsch-Profil der Organisation passen.
  • Die Abschlussformel sollte eher formell als locker sein. „Mit freundlichen Grüßen“ hinterlässt einen seriöseren Eindruck als ein saloppes „Mit bestem Gruß.“

Halten Sie sich an die Formalia, um Zuverlässigkeit und Engagement zu demonstrieren

Richten Sie sich so genau wie möglich nach dem vorgegebenen Zeitplan! Sollte es zu Verzögerungen kommen, teilen Sie das vorab der Organisation mit! Weiterhin ist es wichtig, dass die Unterlagen formal korrekt abgegeben werden. Am besten lassen Sie einen Außenstehenden alles gegenlesen, um grobe Schnitzer noch rechtzeitig ausmerzen zu können.

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Es geht nicht darum, pedantisch zu sein, sondern sich bewusst zu machen, dass die Wahrung der äußeren Form Rückschlüsse auf Ihr Engagement zulässt.

Dosierte Begeisterung: Das Bewerbungsgespräch

Auch wenn Sie sich möglichst natürlich geben und sich nicht verstellen sollen, ist es dennoch lohnenswert, sich vorab zu überlegen, auf was bei der Auswahl wohl geachtet werden wird. Es ist schwierig, allgemeine Tipps zu geben, denn die Kriterien hängen natürlich von Ihrem Projekt und Ihrer Persönlichkeit ab. Geht es nach Asien oder Lateinamerika? Werden Sie dort studieren oder möchten Sie in einem Kinderhilfsprojekt mitarbeiten?

Doch für welche Art von Aufenthalt Sie sich auch entscheiden werden, ist es mit Sicherheit nicht falsch, wenn Sie sich weltoffen, neugierig und zugleich ein wenig selbstkritisch zeigen. Abenteuerlust und Begeisterungsfähigkeit sind schön und gut, aber übertreiben Sie es nicht mit Ihrem Engagement! Es wäre unrealistisch zu erwarten, dass durch Ihren persönlichen Einsatz die Weltprobleme von heute auf morgen gelöst werden können.

Honeymoon-Phase und Kulturschock

Und dann ist es soweit: Sie werden hoffentlich genommen, besuchen ein Vorbereitungsseminar, absolvieren einen Sprachkurs und beginnen mit den Impfungen. Ja, eine tolle Zeit liegt vor Ihnen. Aber auch Sie werden höchstwahrscheinlich mit dem Phänomen Kulturschock zu kämpfen haben.

Forscher sprechen bei der Begegnung mit anderen Kulturen von vier Adaptations-Phasen. Ganz besonders am Anfang werden Sie berauscht sein von den vielen neuen Eindrücken (diese Phase nennt man „Honeymoon-Phase“). Später jedoch wird Sie irgendwann das Heimweh erwischen (Die „Krise“) und Sie werden mit den Bräuchen des Gastlands hadern. Wenn Sie dann durchhalten, wird alles wieder einfacher, denn nach der „Erholungsphase“ (die dritte Etappe) werden Sie in der letzten und hoffentlich lange andauernden „Anpassungsphase“ mit einem tiefen Einblick in die andere Kultur belohnt werden.

Meldet sich die Reiselust?

Mehr Informationen zu den Messeterminen, diversen Programmpunkten und eine Ausstellerliste finden Sie hier: www.aufindiewelt.de

Apropos Auslandsaufenthalt, das könnte Sie auch interessieren:

Kommunikative Überlebensstrategien im fremdsprachigen Ausland: Ein spannendes Interview mit einer Abiturientin, die gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Indien beendet hat.

http://sigrun-dahmer.de/freiwilliges-soziales-jahr-verstaendigung-in-indien/

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert