
Autor*innen-Lesungen im April 2023


Liz. Schreibberaterin, Autorin, Rhetoriktrainerin


Letzten Sommer hat mein Schreib-Sabbatical begonnen. Habe mich sehr gefreut, dass nun ein Verlag sein Interesse an dem Expose meines Andalusien-Krimis bekundet hat.
Tja, und vor ein paar Wochen habe ich Expose, Vita und Leseprobe verschickt … und wurde um das vollständige Manuskript gebeten (das muss ich aber nochmal gründlich polieren).
Big, big smile.

… für mich noch nicht ganz herausgefunden, aber ich nehme Sie gerne mit auf eine Baustellen-Führung zum Thema: „Gewohnheiten“ (Schreibaufgabe Day 15 der Schreibchallenge #schreibenimjuli22).
Bin noch dabei, ein an die Tageszeit angepasstes Fenstermanagement-Konzept zu erarbeiten, um:
– die Hitze zu minimieren,
– die frische Luft zu maximieren
– und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Mosquitos draußen bleiben.
Voller Experimentierfreude versuche ich Bewährtes (z.B. Milchkaffee) mit Neuem (Olivenöl und Tomaten-Matsche auf dem Frühstücksbaguette) zu kombinieren.
Vorläufig sieht das so aus, dass ich morgens lese,schreibe, Orga mache, später Siesta halte und abends aktiv werde.
Inwiefern ändert sich bei Ihnen die Tagesstruktur im Urlaub?

Heute geht’s ums
… Schreiben selbst: Darum, welche Schreib-Phase ich am liebsten mag. Das ist einfach.
Ich bin die Indiana Jones des Schreibens
Diese Person bin ich nicht.
Typ Jäger- & Sammlerin. Kein Tag, an dem ich nicht irgendwelche Notizen auf Bierdeckel, Einkaufsbons oder Zeitungsschnipsel kritzele. Zuhause übertrage ich diese Ideen anschließend in ein ausgedientes Schulheft meiner Kinder.
… denn in der Menge der verschiedenen Einfälle verbirgt sich oft ein Begriff, der akut ansteckend ist. Er springt mich erst heimtückisch von hinten an, nistet sich kurz darauf in meinem Kopf ein und fängt dann an, sich genüsslich in meinen Gedanken auszubreiten. Auf diesen Stimulus reagiert mein Hirn automatisch damit, dass es anfängt, ein erstes Textgerüst mit Einleitung, Hauptteil und Schluss zu ersinnen.

… und ich könnte die ganze Zeit nur trinken.
Ach, und was die Genuss-Getränke angeht, “unterstütze ich gern die örtlichen Koffein-Dealer” (… diesen witzigen Spruch habe ich gestern in einem Café entdeckt).
… Alsterwasser, was ich bislang immer mit “una clara” geordert habe. Mittlerweile läuft das anscheinend unter “un Radler por favor.”

Im Schatten sitzen, einen Milchkaffee trinken und die Leute beobachten, die zufällig an mir vorbeiziehen, wie sie stehenbleiben, um jemanden mit einer Umarmung zu begrüssen, ein wenig zu plaudern und dann wieder weiter zu bummeln und dann sehe ich, wie ein Mädchen in Schuluniform, Blick auf das Handy, gegen eine Strassenlaterne läuft und höre, wie mein Sitznachbar, der mit der Zeitung, kurz auflacht, wir grinsen uns zu und ich bestelle noch einen Milchkaffee.
Beitrag für die Schreibchallenge #schreibenimjuli22 Day 8.

… steckt mir der Rhythmus des Arbeitsalltags noch in den Knochen: Jeden Morgen wache ich nach wie vor sehr früh auf. Doch das ist halb so wild, denn zum Glück ist der frühe Morgen meine liebste Tageszeit: Ein luftiger, heller, weiter Raum, der jede Menge glitzernde Möglichkeiten für den neuen Tag bereithält.
Da das Fenster hier im Süden
… die ganze Nacht durch sperrangelweit geöffnet bleibt, fröstelst du beim ersten Aufwachen meist ein wenig. Zwischen halbgeschlossenen Lidern hältst du Ausschau nach deinem zerknüllten Laken. Als du es findest, ziehst du es mit einem entschiedenen Ruck zurück ans Kinn. Instinktiv rollt sich dein schwerer Körper in die dunkle, warme Kuhle in der Matratze zurück, bereit für eine weitere Runde Schlaf. Doch da hat er nicht mit der Morgenbrise gerechnet. Sie lässt die Rückkehr in die Ruhe nicht zu. Im Gegenteil. Raffiniert bläst sie die Gardine zum verführerischen Schleiertanz auf.
– direkt vor dem Fenster lockt es dich mit dem Schrei der Möwen, der nach Meer und Salz schmeckt
– es kitzelt in deinen Ohren und du vernimmst Wortfetzen von Passanten, die an der Ecke auf den Bus warten
– es lässt dir den Duft des frisch zubereiteten Kaffees von nebenan in die Nase flattern
Irgendwann ergibst du dich und schlägst Augen und Laken auf, genießt die kühle Brise auf deinem Leib. Du stellst die Füße auf und erhebst dich. Der Blick auf die Uhr zeigt, dass es noch sehr früh ist. Egal. Du lächelst. Böse kannst du dem unsichtbaren kleinen Kobold Luft nicht sein.

Jeden Tag fahre ich mehrmals mit dem Aufzug und jedes Mal lese ich „Corona“ (statt den tatsächlichen Namen der Firma: Orona). Ich finde solche „Verleser“ ausgesprochen spannend, da sie mir deutlich machen, wie subjektiv meine Weltsicht ist. Ich lese nicht das, was da objektiv steht, sondern das, was irgendwo in meinem Kopf rumspukt.
Kennen Sie das auch? Haben Sie auch „Lieblingswörter“, bei denen Sie sich immer wieder verlesen?
Für die Schreibchallenge #schreibenimjuli22 lautete die Aufgabe Day 6: „Schauen Sie sich um und schreiben ein Wort auf, welches Sie in Ihrer Umgebung sehen.“

Was man hier im Süden vor Ort trägt? Hmm, schwierig zu verallgemeinern. Erster pauschaler Eindruck: kommt aufs Alter an.
Man trägt kurz: knappe Hosen oder Röcke & Tops. Schließlich will man Tattoos & trainierte Oberarme präsentieren.
Eher etwas formeller. Bärte sind sehr beliebt. Die Männer sehen im Grunde genommen aus wie der „Professor“ aus „Haus des Geldes“, gebügelte Hemden und Blusen ein Muss und jede Menge Poloshirts.
Werfen sich mit pragmatisch-lockerer, aber doch klassischer Kleidung in Schale.
Da fallen mir vor allem die Frauen auf: explosiv bunt & bauschig, so ein bisschen zwischen Abi-Ball und Cocktail-Dress. Viiiiel Romantik mit großer Sehnsucht nach Sommerleichtigkeit.

Meine 5 Learnings nach 36 Stunden Fahrt im Fernreisebus:
Beitrag zur Schreibchallenge #schreibenimjuli22 /Kombination der Aufgaben von Day 2 (wo befinden Sie sich) und Day 3 (Gerüche).