Mein Name ist Sigrun Dahmer und ich bin lizenzierte Schreibberaterin, Autorin und Rhetoriktrainerin aus Köln. Hier, auf meinem Blog besser reden — besser schreiben, finden Sie viele aktuelle Tipps und Tricks aus der aktuellen Schreibberatung & Rhetorik, um in Beruf und Alltag erfolgreicher zu kommunizieren. Viel Spaß beim Stöbern! Wenn Sie eine Frage zum Thema haben, versuche ich gern, Ihnen weiter zu helfen. Melden Sie sich einfach per Kommentar, Kontaktformular oder über Social Media bei mir!
Für das Gelingen eines spannenden Krimis ist es wichtig, dass der Antagonist bzw. die Antagonistin gut gezeichnet ist.
Dabei gibt es mehrere Punkte zu beachten:
Die Figur des Gegenspielers sollte nicht wie in einem Kinderbuch durch und durch böse sein (abstoßend aussehen, gemein handeln, charakterlich verdorben sein), sondern ebenso wie unsere Heldenfigur dreidimensional angelegt werden. Warum? Erstens, weil die Story sonst nicht glaubwürdig wirkt und zweitens, weil es nicht sonderlich spannend ist, einer „Dumpfbacke“ auf die Schliche zu kommen.
Ein gelungener Bösewicht sollte vor allem eine starke Motivation haben, die ihn bei seinen unheilvollen Taten antreibt (Backstory!).
Besonders spannend wird es, wenn Protagonist und Antagonist komplementär zueinander agieren: Unsere Heldenfigur hat beispielsweise eine große Schwäche und genau die macht sich unser Gegenspieler zu nutze.
Also: Ein Hoch auf authentische und charismatische Bösewichte.
Haben Sie einen Bösewicht-Liebling (egal ob Buch oder Film)?
Die Entdeckung der Langsamkeit: Sie kennen das sicherlich auch: Ihr Kopf ist voll und droht zu platzen. Doch sobald Sie sich die Gedanken notieren, kehrt Ruhe ein. Ulrike Scheuermann spricht diesbezüglich vom „Schreibdenken“:
Ich finde diesen Begriff sehr hilfreich, denn auch mir hilft das Schreiben beim Denken. Schon allein deswegen, weil ich nicht so schnell schreiben kann, wie ich denke. Dadurch bin ich gezwungen, langsamer an die Themen heranzugehen.
Schreiben tut gut, weil es linear ist
Der zweite große Vorteil beim Schreiben ist, dass ein Wort auf das andere folgt. Beim Denken geht es in unserem Kopf oft drunter und drüber und bei schwierigen Themen drehen wir uns besonders gern im Kreise. Wenn wir unsere wilden Gedanken zu Papier bringen, müssen wir sie benennen und schaffen Ordnung. Das hilft ungemein, um uns erstens selbst über Zusammenhänge klar zu werden und sie zweitens auch anderen mitteilen zu können.
Schreiben tut gut, weil es Abstand schafft
Der dritte Vorteil ist die Distanz. Wenn wir eine Idee oder ein Ereignis aufschreiben, haben wir die Kontrolle darüber. Wir stellen es so dar, wie wir es im Moment für richtig halten. Diese Deutungshoheit gibt uns Halt, da wir unsere Gedanken durch das Schreiben in unsere Weltsicht einpassen.
Autobiografisch zu schreiben ohne zu langweilen ist eine große Kunst
Gerade beim autobiografischen Schreiben besteht die Schwierigkeit darin, so über sein Leben zu schreiben, dass auch die Lesenden sich mit ihren Erfahrungen darin wiederfinden können. Es geht darum, universelle Themen individuell erfahrbar und nachvollziehbar darzustellen.
Autobiografie: Das Universelle im Individuellen
Heute möchte ich euch ein Buch von einem Autoren vorstellen, dem das meiner Meinung nach vorzüglich gelungen ist. Das Buch „Boy in the Mirror“ ist auf Englisch geschrieben, der Autor nennt nur seine Initialen und am schnellsten findet man es unter der ISBN-Nummer, die ihr auf dem Foto seht.
Um was geht es konkret?
Das Buch nimmt uns mit auf die Lebensreise eines Jungen, der in Südvietnam in einer Großfamilie auf die Welt kommt. Wegen des Vietnamkrieges flieht er mit seinen älteren Geschwistern, aber ohne seine Eltern, auf einem Schiff, gehört zu den „Boatpeople.“ Er verbringt einen großen Teil seines Lebens in Kalifornien, reist später als erfolgreicher Businessman durch die Welt, und findet letztendlich seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland.
Um was geht es auf universeller Ebene?
Es geht um das Leben zwischen den Kulturen, um das Dazugehören-Wollen und sich oft fremd und unverstanden fühlen. Es geht um den Amerikanischen Traum, das Sich-Hocharbeiten, kombiniert mit dem American Nightmare, einem unsichtbaren Filter, der Menschen nach der Maxime „friss oder stirb“ bzw. „in oder out“ bejubelt oder aussortiert. Es geht um die Frage, wie weit muss ich mich anpassen und ab wann verleugne ich mein wahres Ich? Es geht um Karriere, Liebe und Kinder und letztendlich um die Suche nach der eigenen Identität.
Leseempfehlung für die Autobiografie: „Boy in the Mirror“
Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Nicht nur, weil es einen schillernden Lebensbericht mit vielen Ups and Downs vermittelt, sondern auch, weil es so kunstvoll erzählt wird. Das hängt mit einem raffinierten Einsatz von Perspektive zusammen, aber ich will nicht spoilern…
Es ist gar nicht so einfach, spannend zu schreiben.
Wie schreibt man spannend?
Was macht einen Text so fesselnd, dass die Leser*innen ihn nicht mehr zur Seite legen können?
Spannung lässt sich auf verschiedenen Ebenen erzeugen:
Am einfachsten ist die Verwendung spannender Wörter, wie zum Beispiel: „plötzlich“ und „auf einen Schlag.“
Hilfreich sind auch kurze Handlungsbögen mit viel Action, wie etwa eine Verfolgungsjagd.
Die große Kunst besteht darin, Spannung durch einen raffinierten Plot zu generieren. Dazu gehört, dass die Hauptfiguren uns so sympathisch sind, dass wir uns mit ihnen identifizieren und deswegen aufgewühlt mit ihnen fiebern. Außerdem sind plot twists, also unerwartete Handlungsveränderungen, sehr effektiv. Die Cliffhanger am Ende eines Kapitels haben eine ähnliche Funktion.
Wie erzeugt man Spannung?
Alles in einem sind Sie gut beraten, wenn Sie sich um einen Spannungs-Cocktail bemühen, der im Kopf der Lesenden fortlaufend auf mehreren Ebenen aufregende kleine und große Lektüre-Explosionen provoziert.
Viel Spaß beim Verfassen von Texten, die einem einen kalten Schauer über den Rücken jagen.
Der Autorenvertrag ist bereits in der Mache. Ich freue mich sehr, dass mein Andalusien-Krimi Número 3 in den Startlöchern steht. Es ist so schön, gedanklich zu Sandra und Javier nach Andalusien zurückzukehren. Es geht doch nichts über ein bisschen imaginierten Sonnenschein in den kalten Wintertagen.
Ein weiterer Mord in Andalusien
Und wovon handelt der Krimi?
Von:
einem fast vergessenen andalusischen Bergdorf
dem toten Linguistik Professor „El Sabio“, der an einer Sprach-App gearbeitet hat
Sandra und Javier, die zwischen Lügen, Intrigen und einer wachsenden aggressiven Stimmung selbst ins Visier der Täter geraten …
Endlich ist es soweit. 2025 hat begonnen. Zeit für neue berufliche Projekte und frische Angebote. Doch nicht immer fällt uns Schreib- und Redelustigen eine originelle Idee ein. Wie können wir Themen für fesselnde Buchprojekte, attraktiven Medien-Content und mitreißende Akquise-Pitches finden? „Neues Jahr, neuer pitch“ weiterlesen
Wer kennt das nicht: Die Feiertags-Erwartungen sind ganz oben, alle sehnen sich nach entspannter Harmonie …
Und dann …zisch … wird`s brenzlig.
Ein fragwürdiges Statement bei Tisch
Eine viel zu persönliche, unpassende Frage
Jemand holt zu einem nonstop Monolog aus
Was tun, wenn die Gespräche hitzig werden?
Erster Tipp: Ignorieren
Hört sich vielleicht feige an, ist es aber nicht. Entsprechend dem Grundsatz: „Choose your battles“ müssen Sie nicht sofort reagieren, sondern können sich erst fragen, ob Sie den „Fehdehandschuh“ tatsächlich aufnehmen wollen oder nicht.
Zweiter Tipp: Ablenken
Bevor ein Flächenbrand ausgelöst wird, können Sie versuchen, die Energie auf ein positives Thema umzuleiten. So nach dem Motto: „Aha (kurze Pause). Sag mal, wir überlegen gerade, wo wir die nächsten Sommerferien verbringen wollen. Hast du da vielleicht einen Ratschlag für uns?“
Dritter Tipp: Flagge zeigen und abblocken
Das hört sich dann zum Beispiel so an: „Das sehe ich anders. Heute ist aber nicht der richtige Moment, darüber zu reden. Ich finde es schön, dass wir uns alle wiedersehen.“
Triggerthemen und kommunikative Notfalltipps
Und Sie? Gibt es ein Thema, das Sie so auf die Palme bringen kann, dass Sie vorsichtshalber sofort ein Rescue-Manöver einschlagen?
Fakt ist: Es ist nicht einfach, cool zu bleiben, wenn es heiß hergeht. Doch gerade in diesen unruhigen Zeiten ist es wichtig, im Gespräch miteinander zu bleiben und aktiv etwas dafür zu tun, die Harmonie zu bewahren. Gerade bei emotional aufgeladenen Situationen und insbesondere dann, wenn man sich nur selten sieht. Insofern hoffe ich, dass Sie diese drei Notfall Tipps bei brisanten Gesprächen helfen.
Wenn Ihnen dieser Beitrag gefällt, dann interessieren Sie sich vielleicht auch für folgenden Post:
Vermutlich kennen Sie das Kiss-Prinzip. Hinter diesem Akronym verbirgt sich die Aufforderung:
Keep
It
Straight and
Simple
Dieser Spruch soll uns gerade auch in brisanten Situationen (wie z.B. bei Präsentationen und Pitches) daran erinnern, unsere Botschaft so knapp und einfach wie möglich auf den Punkt zu bringen. Dieses Motto ist somit das genaue Gegenteil vom KILL-Prinzip. Denn gerade, wenn wir unter Druck stehen, neigen wir dazu, uns in Bandwurmsätzen zu verhaspeln.
Kompliziert-langatmig
Ich-Fokus statt Zuhörer-Interesse
Lustlos-trocken
Liebenswürdig-einschränkend
Der letzte Punkt ist insbesondere für uns Frauen wichtig, sind wir doch so sozialisiert worden, dass wir mit vielen „würde“ und „hätte“-Formulierungen oft zu lang (vermeintlich höflich) um den heißen Brei herumreden.
Stephen King wants to kill his darlings
Tja, und Herr King hat recht. Gerade bei unseren Lieblingsthemen neigen wir zu diesen Formulierungsschwächen. Wir hören nicht mehr auf zu reden oder zu schreiben, wiederholen unsere alten staubigen Klischees und schrecken dadurch unsere Leser*innen oder Zuhörer*innen ab. Autsch, das tut weh, aber oft hilft nur eine Methode, die Qualität zu verbessern: kürzen, kürzen, kürzen.
Gestern besuchte ich in Wiesbaden zusammen mit anderen Krimiautor*innen vom Syndikat und den mörderischen Schwestern das BKA.
Also, …
Pssst. Krimifans, das war`s schon.
Es herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Bei der Anmeldung vor Monaten, beim Einlass, im Haus komplettes Fotoverbot, den ganzen Tag lang waren wir stets unter Beobachtung (selbst beim Klo-Gang wurde man bis zur Tür begleitet).
Aber es hat sich gelohnt. Unser Besuch beim Bundes-Kriminal-Amt war unglaublich spannend und bereichernd. Hab wirklich viel Neues erfahren. Außerdem habe ich wahnsinnig nette und interessante Kolleg*innen kennengelernt.