Ooops … verlesen (Schreibchallenge)

Reisen und kreativ Schreiben und lesen und verlesen in Spanien beim Travelwriting
Jeden Tag derselbe Fehler beim Aufzugfahren.

 

Verlesen Sie sich auch so oft wie ich?

Jeden Tag fahre ich mehrmals mit dem Aufzug und jedes Mal lese ich „Corona“ (statt den tatsächlichen Namen der Firma: Orona). Ich finde solche „Verleser“ ausgesprochen spannend, da sie mir deutlich machen, wie subjektiv meine Weltsicht ist. Ich lese nicht das, was da objektiv steht, sondern das, was irgendwo in meinem Kopf rumspukt.


Kennen Sie das auch? Haben Sie auch „Lieblingswörter“, bei denen Sie sich immer wieder verlesen?

Für die Schreibchallenge #schreibenimjuli22 lautete die Aufgabe Day 6: „Schauen Sie sich um und schreiben ein Wort auf, welches Sie in Ihrer Umgebung sehen.“

Corona und die deutsche Sprache: Rhetorik & Zeitgeist

Dass in parkenden Autos der Mundschutz am Rückspiegel baumelt, empfinden wir schon nicht mehr als ungewöhnlich. Doch das ist nicht alles. Das Corona-Virus hat auch unsere Sprache fest im Griff. Lust auf Skurriles? Hier kommen ein paar launische Schlaglichter auf die Corona-Sprache.

Corona und Sprache: Der Zeitgeist hat Einfluss auf Sprachwandel, Rhetorik
Die “Coronisierung” von Sprache & Kommunikation (www.pexels.com)

Corona-Sprache: Der oder das Virus?

Es geht los mit der Frage nach dem richtigen Artikel. Heißt es der oder das Virus? Kurze Antwort: Beides geht. Lange Antwort: In der medizinischen Fachsprache ist das grammatische Geschlecht (wie auch im Lateinischen) ein Neutrum und so sagt man: „das Virus.“ In der Alltagssprache wird aber von vielen Sprecher*innen lieber der männliche Artikel verwendet. Warum? Aus purer Macht der Gewohnheit, da auf „-us“ endende Nomen bei uns üblicherweise nicht sächlich sind. Weil der männliche Artikel mittlerweile so häufig gebraucht wird, öffnet sich selbst die Dudenredaktion dieser Spracherneuerung und akzeptiert „der Virus“ (außerhalb der Fachsprache) ebenfalls als korrekt.

Das exponentielle Wachstum der Corona-Fachsprache

Wenn wir uns über medizinische Sachverhalte austauschen, ist die Frage nach dem richtigen Artikel noch unser kleinstes Problem. Hand aufs Herz: „Corona und die deutsche Sprache: Rhetorik & Zeitgeist“ weiterlesen