Wenn es heiß hergeht

Hitze in der Literatur Sigrun Dahmer
Traum, Albtraum, Wirklichkeit

Puh, was für eine Bruthitze in der letzten Woche! Und dann noch die Tropennächten am Wochenende, in denen man kaum ein Auge zubekommen hat. Was für ein Glück, dass es jetzt wieder kühler geworden ist.

Beim morgendlichen Lesen der Tageszeitung erfahre ich so einiges über Hitzetote, aufgeplatzten Asphalt und verklebte Gleise. Mir kommt sofort eine Idee zu einem climate-fiction-Roman, einem Thriller über die durch die Klimakrise getriggerten Extremwetterlagen. Beim nächsten Becher Kaffee spinne ich den Gedanken weiter und da fällt mir auf, dass Hitze bereits ein klassisches Motiv in der Literatur ist.

Ich denke an Faulkner, Tennessee Williams und auch an „Der Fremde“ von Camus. Alles Bücher, in denen sengende Temperaturen so anschaulich beschrieben werden, dass man beim Lesen zu schwitzen beginnt und nach Wasser lechzt.

Nach einem weiteren Becher Kaffee wird mir klar, dass das Leitmotiv Hitze sowohl in der äußeren als auch in der inneren Handlung verwendet wird. Denn es kann sowohl den Plot vorantreiben (eine Hitzewelle, eine drohende Dürre, ein Hitzegewitter) als auch die emotionale Lage der Figuren symbolisieren: Hitzige Spannung zwischen Liebenden, ein eskalierender Streit bei Gewitter, Flucht in den vermeintlich paradiesischen Sommer im Süden, der Traum von einem Neuanfang. Insgesamt wird Hitze somit entweder als negativ-bedrohlich oder als positiv-eskapistisch( z.B. in einem Urlaubsort) dargestellt.

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie „Hitze“, „Schwüle“ und „Sonne“ hören? Eher der nächste Sommerurlaub, ein sinnlicher Liebesroman, ein dramatisches Südstaaten-Drama oder noch etwas ganz anderes?

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