Die Magie von Serien

Seriencamp 2025 Köln Ticket von Sigrun Dahmer als Autorin und Schreibberaterin
Bunter Erfahrungsaustausch: Vom Konzept zum fertigen Film.

Seriencamp: Mein erstes Mal

Die Magie von Serien? Schöner Titel, aber ehrlich gesagt gucke ich gar nicht so viele Serien. Klar, es gibt schon gut gemachte Crime-Series oder auch witzig, schräge Serien, die mich bestens unterhalten, aber insgesamt bin ich doch noch ziemlich Old-School, was meine Sehgewohnheiten angeht. Aber ich glaube, dass sich das jetzt ändern wird. Warum? „Die Magie von Serien“ weiterlesen

Scriptdoctor: Schreibberatung für Drehbücher

Schreibberatung fürs Kino
Gehen Sie auch so gern ins Kino?

Script Doctors: Willkommen in der Welt der Drehbücher

Bei uns in Deutschland ist Schreibberatung noch ziemlich unbekannt. Andere Länder, andere Sitten: Gerade in den Staaten gibt es da wenig Berührungsängste. Vor allem im Umfeld von Hollywood schätzt man Skript-Beratung (script= Drehbuch) und Co, geht ausgesprochen pragmatisch mit dem Thema um.

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Einen Bösewicht erfinden

Sigrun Dahmer besser reden besser schreiben Bösewicht
Im Dunkeln.

Bitte keinen Bösewicht, der nur fies ist

Für das Gelingen eines spannenden Krimis ist es wichtig, dass der Antagonist bzw. die Antagonistin gut gezeichnet ist.
Dabei gibt es mehrere Punkte zu beachten:
  • Die Figur des Gegenspielers sollte nicht wie in einem Kinderbuch durch und durch böse sein (abstoßend aussehen, gemein handeln, charakterlich verdorben sein), sondern ebenso wie unsere Heldenfigur dreidimensional angelegt werden. Warum? Erstens, weil die Story sonst nicht glaubwürdig wirkt und zweitens, weil es nicht sonderlich spannend ist, einer „Dumpfbacke“ auf die Schliche zu kommen.
  • Ein gelungener Bösewicht sollte vor allem eine starke Motivation haben, die ihn bei seinen unheilvollen Taten antreibt (Backstory!).
  • Besonders spannend wird es, wenn Protagonist und Antagonist komplementär zueinander agieren: Unsere Heldenfigur hat beispielsweise eine große Schwäche und genau die macht sich unser Gegenspieler zu nutze.

Also: Ein Hoch auf authentische und charismatische Bösewichte.

Haben Sie einen Bösewicht-Liebling (egal ob Buch oder Film)?

Drei Gründe, warum Schreiben gut tut

Sigrun Dahmer schreiben Schreibcoach
Reden ist Silber, Schreiben ist Gold

Schreiben tut gut, weil es langsam ist

Die Entdeckung der Langsamkeit: Sie kennen das sicherlich auch: Ihr Kopf ist voll und droht zu platzen. Doch sobald Sie sich die Gedanken notieren, kehrt Ruhe ein. Ulrike Scheuermann spricht diesbezüglich vom „Schreibdenken“:

https://ulrike-scheuermann.de/ulrike/

Ich finde diesen Begriff sehr hilfreich, denn auch mir hilft das Schreiben beim Denken. Schon allein deswegen, weil ich nicht so schnell schreiben kann, wie ich denke. Dadurch bin ich gezwungen, langsamer an die Themen heranzugehen.

Schreiben tut gut, weil es linear ist

Der zweite große Vorteil beim Schreiben ist, dass ein Wort auf das andere folgt. Beim Denken geht es in unserem Kopf oft drunter und drüber und bei schwierigen Themen drehen wir uns besonders gern im Kreise. Wenn wir unsere wilden Gedanken zu Papier bringen, müssen wir sie benennen und schaffen Ordnung. Das hilft ungemein, um uns erstens selbst über Zusammenhänge klar zu werden und sie zweitens auch anderen mitteilen zu können.

Schreiben tut gut, weil es Abstand schafft

Der dritte Vorteil ist die Distanz. Wenn wir eine Idee oder ein Ereignis aufschreiben, haben wir die Kontrolle darüber. Wir stellen es so dar, wie wir es im Moment für richtig halten. Diese Deutungshoheit gibt uns Halt, da wir unsere Gedanken durch das Schreiben in unsere Weltsicht einpassen.

Und das fühlt sich gut an.

Autobiografisch schreiben ohne zu langweilen

Autobiografisch schreiben ohne zu langweilen
Eine bewegende Autobiografie

Autobiografisch zu schreiben ohne zu langweilen ist eine große Kunst

Gerade beim autobiografischen Schreiben besteht die Schwierigkeit darin, so über sein Leben zu schreiben, dass auch die Lesenden sich mit ihren Erfahrungen darin wiederfinden können. Es geht darum, universelle Themen individuell erfahrbar und nachvollziehbar darzustellen.

Autobiografie: Das Universelle im Individuellen

Heute möchte ich euch ein Buch von einem Autoren vorstellen, dem das meiner Meinung nach vorzüglich gelungen ist. Das Buch „Boy in the Mirror“ ist auf Englisch geschrieben, der Autor nennt nur seine Initialen und am schnellsten findet man es unter der ISBN-Nummer, die ihr auf dem Foto seht.

Um was geht es konkret?

Das Buch nimmt uns mit auf die Lebensreise eines Jungen, der in Südvietnam in einer Großfamilie auf die Welt kommt. Wegen des Vietnamkrieges flieht er mit seinen älteren Geschwistern, aber ohne seine Eltern, auf einem Schiff, gehört zu den „Boatpeople.“ Er verbringt einen großen Teil seines Lebens in Kalifornien, reist später als erfolgreicher Businessman durch die Welt, und findet letztendlich seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland.

Um was geht es auf universeller Ebene?

Es geht um das Leben zwischen den Kulturen, um das Dazugehören-Wollen und sich oft fremd und unverstanden fühlen. Es geht um den Amerikanischen Traum, das Sich-Hocharbeiten, kombiniert mit dem American Nightmare, einem unsichtbaren Filter, der Menschen nach der Maxime „friss oder stirb“ bzw. „in oder out“ bejubelt oder aussortiert. Es geht um die Frage, wie weit muss ich mich anpassen und ab wann verleugne ich mein wahres Ich? Es geht um Karriere, Liebe und Kinder und letztendlich um die Suche nach der eigenen Identität.

Leseempfehlung für die Autobiografie: „Boy in the Mirror“

Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Nicht nur, weil es einen schillernden Lebensbericht mit vielen Ups and Downs vermittelt, sondern auch, weil es so kunstvoll erzählt wird. Das hängt mit einem raffinierten Einsatz von Perspektive zusammen, aber ich will nicht spoilern…

 

Spannend schreiben. Aber wie?

Sigrun Dahmer spannung erzeugen, aber wie?
Es ist gar nicht so einfach, spannend zu schreiben.

Wie schreibt man spannend?

Was macht einen Text so fesselnd, dass die Leser*innen ihn nicht mehr zur Seite legen können?

Spannung lässt sich auf verschiedenen Ebenen erzeugen:

  • Am einfachsten ist die Verwendung spannender Wörter, wie zum Beispiel:  „plötzlich“ und „auf einen Schlag.“
  • Hilfreich sind auch kurze Handlungsbögen mit viel Action, wie etwa eine Verfolgungsjagd.
  • Die große Kunst besteht darin, Spannung durch einen raffinierten Plot zu generieren. Dazu gehört, dass die Hauptfiguren uns so sympathisch sind, dass wir uns mit ihnen identifizieren und deswegen aufgewühlt mit ihnen fiebern. Außerdem sind  plot twists, also unerwartete Handlungsveränderungen, sehr effektiv. Die Cliffhanger am Ende eines Kapitels haben eine ähnliche Funktion.

Wie erzeugt man Spannung?

Alles in einem sind Sie gut beraten, wenn Sie sich um einen Spannungs-Cocktail bemühen, der im Kopf der Lesenden fortlaufend auf mehreren Ebenen aufregende kleine und große Lektüre-Explosionen provoziert.

Viel Spaß beim Verfassen von Texten, die einem einen kalten Schauer über den Rücken jagen.

Beste Buchstabensuppe

Sigrun

Neuer Andalusien-Krimi coming soon

Sigrun Dahmer Andalusien-Krimi
Bald ist es soweit.

Neuer Andalusien-Krimi

Der Autorenvertrag ist bereits in der Mache. Ich freue mich sehr, dass mein Andalusien-Krimi Número 3 in den Startlöchern steht. Es ist so schön, gedanklich zu Sandra und Javier nach Andalusien zurückzukehren. Es geht doch nichts über ein bisschen imaginierten Sonnenschein in den kalten Wintertagen.

Ein weiterer Mord in Andalusien

Und wovon handelt der Krimi?

Von:

  • einem fast vergessenen andalusischen Bergdorf
  • dem toten Linguistik Professor „El Sabio“, der an einer Sprach-App gearbeitet hat
  • Sandra und Javier, die zwischen Lügen, Intrigen und einer wachsenden aggressiven Stimmung selbst ins Visier der Täter geraten …

Was soll ich sagen: Es bleibt spannend.

Beste Buchstabensuppe auch für Ihr Projekt!

Krimifans: Pssst! Stillschweigen bewahren!

Viel passiert im Dunklen.

Gestern besuchte ich in Wiesbaden zusammen mit anderen Krimiautor*innen vom Syndikat und den mörderischen Schwestern das BKA.

Also, …

Pssst. Krimifans, das war`s schon.

Es herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Bei der Anmeldung vor Monaten, beim Einlass, im Haus komplettes Fotoverbot, den ganzen Tag lang waren wir stets unter Beobachtung (selbst beim Klo-Gang wurde man bis zur Tür begleitet).

Aber es hat sich gelohnt. Unser Besuch beim Bundes-Kriminal-Amt war unglaublich spannend und bereichernd. Hab wirklich viel Neues erfahren. Außerdem habe ich wahnsinnig nette und interessante Kolleg*innen kennengelernt.

https://www.das-syndikat.com/

https://www.moerderische-schwestern.eu

 

Was sind eigentlich „Tropes“?

Sogenannte „Tropes“ sind gerade in aller Munde

Buzzwords for Booklovers: tropes

Gerade junge Leser*innen suchen sich ihre Bücher heutzutage gerne nach der Zuordnung zu bestimmten tropes aus. Darunter versteht man Handlungselemente, die typisch für das jeweilige Genre sind. Es gibt klassische Erzählmuster und auch variable Motive, die stark vom Zeitgeist geprägt sind.

Beispiele für tropes

Im Romance Genre sind gerade zwei tropes ganz besonders angesagt:

  • Second Chances: Hier geht es um einen Neuanfang. Die oder der Protagonist kehrt in die Heimat zurück und trifft erneut auf ihre oder seine erste große Liebe …
  • Reverse Harem: eine Frau, die oft etwas edgy ist, wird von vielen verschiedenen Männertypen verehrt …

Im Crime Genre stößt man beispielsweise immer wieder auf den Klassiker:

  • Locked room mystery: Ein Mord ist in einem geschlossenen Raum von einer immer noch anwesenden Person begangen worden. Ganz schön aufregend, oder? Der Täter gehört zum Bekanntenkreis und man entkommt ihm oder ihr nicht … Die Location kann zum Beispiel eine einsame Insel, aber auch ein Schiff oder eine eingeschneite Skihütte sein.

Risks & benefits

Die große Gefahr ist, dass tropes oft vorhersagbar sind. Das Risiko, dass sie sehr klischeehaft verwendet werden, ist dementsprechend groß. Allerdings haben sie auch besonders viel impact, treiben eine heikle Situation auf die Spitze und erfreuen sich deswegen einer so hohen Beliebtheit.

Optimal ist, wenn ein Autor oder eine Autorin es schafft,  tropes mit einem unerwarteten Dreh zu versehen. Durch diesen Kunstgriff kann er oder sie der Leserschaft ein enormes Lesevergnügen bereiten.

Lesung: „Einen Literaturcocktail bitte.“

Sigrun Dahmer bei der Lesung des Autorenforums
So ein schöner Abend!

Unsere Lesung: „Einen Literaturcocktail, bitte“

… ging viel zu schnell vorbei. So viele unterschiedliche Geschichten. So melodische Songs.

Vor ein paar Tagen fand unsere Lesung in den Räumen der Volksbank Köln-Bonn statt. Wir wurden herzlich empfangen, Technik und Bestuhlung waren perfekt vorbereitet, kühle Drinks standen für alle bereit.

Kaum, dass das Publikum Platz genommen hatte, ging es auch schon los. Die Autorinnen und Autoren vom https://www.autorenforum-koeln.de/ präsentierten eine große Auswahl spannender, erotischer und humorvoller Storys. Musikalisch wurden wir von der Gruppe Amago-Musik untermalt. Ihr einmaliger kölsch-brasilianischer Sound ließ die gute Stimmung beim ausgesprochen netten und zugewandten Publikum weiterhin steigen. Der gesellige und anregende Abend war für meinen Geschmack leider viel zu schnell schon wieder vorbei.

Jetzt bleibt mir nur noch übrig, nicht nur dem Publikum, sondern auch allen denjenigen ein großes Dankeschön auszusprechen, die vor und hinter den Kulissen zu dem Erfolg dieses wunderbaren Sommerabends beigetragen haben. Dankeschön.

Siggy liest in der Volksbank
Mein Cocktail – die Story: „Kölscher Zaubertrank“

 

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